Archive for September, 2010

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SSH Logins melden

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Nichts ist ärgerlicher, als wenn aus irgendeinem Grund der Login via SSH auf einem Server kompromittiert wurde. Meldet sich ein Fremder an, kann er einiges auf dem System anstellen. Natürlich sollte es root verboten werden, sich via SSH anzumelden. Dennoch will man auch keinen Fremden im normalen Userspace. Sollte es doch einmal passieren, will man es wenigstens so schnell wie möglich wissen. Wie wäre es also mit einer Alarm-Meldung auf das Handy? Mit dem iPhone, einer App und einem Perl-Script ist das möglich.

Als erstes holt man sich die App “Prowl” aus dem AppStore. Diese kostet zwar stolze 2,39€, aber das sollte einem die Sicherheit des Servers schon wert sein. Als nächstes braucht man einen Account bei http://prowl.weks.net. Ist dieser angelegt, kann man im Menu unter Settings einen API-Key generieren. Diesen kopiert man sich, denn der wird gleich gebraucht. Um Nachrichten an Prowl zu schicken benötigen wir noch ein kleines Perl-Script. Dieses findet man hier. Dieses speichert man unter /usr/local/share ab. Ändere mit chmod +x prowl.pl die Berechtigung.  Jetzt muss nur noch die Datei .bashrc im Home-Verzeichnis angepasst werden. Fügt einfach die folgende Zeile hinzu:

/usr/local/share/prowl.pl -apikey=APIKEY -application=Shell -event=Login
-notification="SSH Login auf SERVERNAME" -priority=2

Natürlich muss APIKEY durch den 40stelligen API-Key ersetzt werden, den wir auf der Webseite generiert haben. Auch SERVERNAME sollt entsprechend angepasst werden. Speichert die Datei ab und meldet Euch von System ab. Bei jedem Login wird nun eine Nachricht gesendet, die als Push-Notification auf dem iPhone aufploppt.

Überraschend Wiesn

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Das Oktoberfest ist ja jedes Jahr. Offensichtlich aber nicht für die Münchner Verkehrsbetriebe. Die wurden von der plötzlich auftretenden Wiesn völlig überrascht. Anders ist es nicht zu erklären, warum ich eben eine Stunde auf die S-Bahn warten musste. #FAIL

capitalism

Wer röchelt ist noch nicht tot

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Quelle: http://www.sxc.hu (tijmen)

Quelle: http://www.sxc.hu (tijmen)

Was ist eigentlich in der politischen Landschaft los? Das FTP-Mann Rösler quasi einen Kotau vor der Pharmalobby hinlegt, war abzusehen. Aber es gibt ja noch andere Baustellen. Zum Beispiel ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement). Das Antipiraterie-Abkommen wird hinter verschlossenen Türen verhandelt. Demokratische Diskussion unerwünscht. Und während die Verwertungsindustrie mit am Tisch sitzt, sucht man deren Kritiker vergebens. Die Access-Provider sollen als Hilfssheriffs verpflichtet werden, die den Datenverkehr ihrer Kunden überwachen sollen. Datenschutzrechtlich ein Super-GAU. Auch Netzsperren kommen wieder ins Spiel. Aber dazu braucht es ACTA nicht, die EU-Kommision diskutiert bereits darüber. Natürlich nur um Kinderpornographie zu verhindern. Das angebliche Milliardengeschäft soll dadurch ausgerottet werden, in dem ein Stop-Schild davor gehängt wird. Ob Begehrlichkeiten aufkommen, auch andere Inhalte damit zu sperren, braucht man sich nicht fragen – nur wann diese kommen. Als hätte es die ganze Diskussion im letzten und diesen Jahr nicht gegeben. Und auch die Verlage haben ein Begehr. Das Leistungsschutzrecht solle doch bitte eingeführt werden, weil sonst der Qualitätjournalismus ausstirbt. Sagt unter anderem der Springer-Verlag. Jener Verlag der die BILD auf die Menschheit los lässt. Denn Google verdiene zu viel an der Leistung der Verlage. Das die Verlage eine Großteil ihrer Leser durch Google auf ihre Seite bekommen, zählt nicht. Google soll zahlen, immerhin verdient de Suchmaschinenriese mit der Werbung neben den Suchergebnissen. Google News wird in diesem Zusammenhang oft genannt, und nicht nur ich reibe mir verwundert die Augen. Ist Google News seit jeher Werbefrei. Und als könnten die Verlage nicht mit einer simplen Textdatei Google aussperren. Den Verlagen gehen Gewinne flöten, weil sie es nicht geschafft haben im Netz ein funktionierendes Geschäftsmodell zu etablieren. Da soll also ein Wirtschaftszweig per Gesetz künstlich am Leben gehalten werden, der es selbst nicht schafft konkurrenzfähig zu bleiben. Wir kennen das ja auch von der Film- und Musikbranche. Als gebe es die Marktwirtschaft nicht, die da eben bedeutet, das – zu Recht – untergeht, wer sich nicht weiterentwickelt. Wer röchelt ist noch nicht tot. Und an allem ist Google Schuld. Google eignet sich sowieso als Feindbild für alle Eventualitäten. Nicht wenige Politiker stoßen sich an Google StreetView. Plötzlich ist der Aufschrei groß. Datenschutz! Man könnte es Einbrechern zu einfach machen und überhaupt geht niemanden was an, wie das Haus aussieht in dem ich lebe. Die Deutschen schauen sich gerne andere Länder auf StreetView an, aber bitte nicht das eigene Land. Und eben jene Politiker, die jetzt aufschreien und um die Informelle Selbstbestimmung ihrer Bürger fürchten, haben kein Problem mit ELENA, Swift-Abkommen, Vorratsdatenspeicherung und dem Fakt, dass der Staat noch weit mehr Daten sammelt als Google – um diese an die Wirtschaft zu verkaufen.

Was ist los mit der politischen Landschaft? Ich weiß es nicht, aber mit verantwortungsvollem, überlegtem Handeln hat das nichts mehr zu tun.

Heise: Unionsvize für Leistungsschutzrecht und bessere Urheberrechtsdurchsetzung

Spiegel: Bosbach drängt auf Vorratsdatenspeicherung

dropbox

Neue Dropbox Version für das iPhone

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Der File-Hosting-Dienst Dropbox hat seine iPhone Anwendung überarbeitet. Up- und Downloads laufen jetzt im Hintergrund ab, Ordner können erstellt werden und das Interface wurde überarbeitet. Dropbox ist einer der wenigen Pflich-Downloads. Damit ist es möglich, Dateien auf einfachste Weise auf allen Computern synchron zu halten und notfalls sogar über ein Webinterface verfügbar zu machen. Ordner können mit anderen Usern zusammen verwendet werden. Unter Windows, Mac und Linux hängt sich Dropbox in das Filesystem ein und verhält sich wie ein normaler Ordner.

http://www.dropbox.com/referrals/NTkwNDIxNjI5

wiesnapps

Auf zur Wiesn – iPhone Wiesn-Apps

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Zwei Wiesn-Apps habe ich hier mal ausprobiert. myWiesn -powered by Radio Gong – zeigt nicht nur welche Zelte offen sind, sondern auch anstehende After-Wiesn-Partys, flirtwillige Wiesn-Besucher in der Nähe und Freunde die gerade ebenfalls auf der Wiesn verweilen. Duch Facebook-Connect gestaltet sich die Registrierung sehr einfach. Dadurch können auch die Facebook Kontakte in die Freundesliste importiert werden. Ein “Maßcounter”, der den Erfolg festhält, ist ebenfalls dabei. Die Übersichtsmap zeigt den eigenen Aufenthaltsort, Toiletten, EC-Automaten usw. an. Zu guter letzt ist noch eine Wettervorhersage dabei. Fazit: Man hat sich Mühe gegeben und ein gelungenes Produkt veröffentlicht. myWiesn ist kostenlos.

Der Oktoberfest Guide bietet ebenfalls detaillierte Infos zu den Bierzelten und After-Wiesn-Partys. Auch die Historische Wiesn ist vertreten. Wer noch auf der Suche nach einem Dirndl oder einer Krachledernen ist, findet in dieser App Bezugsquellen mit sämtlichen Details. Auch die Fahrgeschäfte werden vorgestellt, das fehlt bei myWiesn. Dafür kommen die Social-Media-Möglichkeiten bei beim Oktoberfest-Guide zu kurz. Fazit: Viele Informationen, aber keine Socializing-Funktionen. Der Oktoberfest Guide ist kostenlos.

Fazit: Beide Apps haben ihre Vorteile. myWiesn glänzt mit guten Socializing-Funktionen, wie dem Freundefinder und Flirtfinder. Der Oktoberfest Guide bietet mehr Informationen, wie beispielsweise über die Fahrgeschäfte. Würde man beide Apps zusammenbacken, wäre das die ultimative Oktoberfest-App. So verbleiben eben beide Apps auf meinem Gerät.

gh

Gernot Hassknecht übers Sparen

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=YrQAUqoF43o[/youtube]

Bildquelle: www.sxc.hu

Der Weg des Lebens

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Bildquelle: www.sxc.hu

Das Leben ist tödlich. Immer. Eine simple Weisheit. Aber was sagt sie wirklich aus? Im Determinismus des Lebens läuft es auf diese letzte Konsequenz hinaus. Wir beginnen unser Leben als Zellhaufen, erschaffen durch den Höhepunkt zweier Menschen beim Koitus, was im französischen nicht ganz zufällig “le petit mort” – der kleine Tod – genannt wird. Zwischen diesen beiden Zeitpunkten, der Empfängnis und dem Exitus liegt eine Zeit, die wir im allgemeinen Leben nennen, auch wenn diese Bezeichnung auf manche Zeitgenossen nur schwerlich angewendet werden kann.
Das Leben an sich ist ein Betrug an uns selbst. Hart arbeiten wir daran, damit “etwas aus uns wird”. Aber das Leben kennt kein Ziel, ausser die Weitergabe genetischen Materials. Das was wir aus uns machen, hat keinen Bestand. Zumindest nicht auf lange Sicht. Es dient nur dazu, die Zeit des Lebens so angenehm wie möglich zu gestalten – was im Ansicht der 40-Stunden-Woche eine Farce ist. Wo liegt das Ziel des Lebens? Und lässt sich daraus die Frage ableiten wofür es sich zu sterben lohnt? Die eigenen Kinder? Sicherlich! Aber sonst? Für viele kriegerische Völker war es eine Ehre, im Kampf zu sterben. Aber wofür? Ruhm? Ehre? Vaterland? Natürlich sind Ruhm und Ehre eine tolle Sache. Nützt zwar nichts mehr, wenn man in 6 Fuß Tiefe von den Würmern angeknabbert wird, aber der Stolz der Hinterbliebenen ist gewiss.
Auf die Geburt folgt das Leben, folgt der Tod. Zu Ersterem brauchen wir nicht viel tun, das erledigen andere für uns. Und den harten Aufschlag auf den Boden der Realität bekommen wir da noch nicht mit. Auch der Tod ist relativ unspektakulär. Wir zögern ihn soweit als möglich hinaus, aber letztendlich wirds einmal dunkel und die Sache hat sich. Für uns selbst hat er keine Konsequenzen. Interessant ist also nur die Spanne dazwischen. Kostbare Lebensminuten, die wir damit verbringen auf Facebook eine virtuelle Farm zu gründen oder daheim vorm Fernseher in der Nase zu boren. Und die Uhr tickt weiter. Natürlich wissen wir, dass die Zeit relativ ist. Aber sie verinnt dennoch. Aus diesem Grund wurde die Lebensplanung erfunden. Das klassische Beispiel: Schule – Studium – Arbeit – Beziehung – Heirat – 1-5 Kinder – Häuschen im Grünen – Gartenzwerg – Seniorenstift. Oder so ähnlich. Wir wissen, dass das Leben im Groben deterministisch ist. Im Feinen aber nicht. Man kann planen, aber auch der beste Plan kann scheitern. Dass dem so ist, wissen wir von Werner Karl Heisenberg, der mit seiner Unschärferelation ganze Weltbilder zerstört hat, zumindest das von der Vorhersehbarkeit des Universums. Nichts ist vorhersehbar.
Das scheitert zum Beispiel schon an der unterschiedlichen Denke von Mann und Frau. Männer beschweren sich oft – zu Recht – dass sie Frauen nicht verstehen. Umgekehrt ist es wohl aber genauso. Der Grund ist simpel. Frauen kommunizieren gern über Zeichen und Andeutungen. Der Mann soll von selbst drauf kommen, oder zwischen den Zeilen lesen. Männer hingegen mögen es lieber direkt. Eine solche Konstellation macht jede Vorhersage zunichte. Und so kommt es, dass wir nur ein Spielball von Raum und Zeit sind. Ist also jede Planung sinnlos? Nein, natürlich nicht. Zumindest den groben Weg sollte man schon kennen. Wenn ich als nüchterner Techniker in einer Goa-Hippi-Gruppe auf Ibiza aufwache, hat irgendwas nicht funktioniert. Es könnte daher Sinn machen, zumindest das Ziel zu planen, der Weg wird sich schon finden. Fakt ist: Das Leben an sich ist deterministisch, was wir daraus machen ist eine andere Sache. Und vielleicht sollte man es auch einfach mal laufen lassen, um zu sehen wohin der Weg führt.

Dieser Text wurde von mir erst auf jetzt.de veröffentlicht.

Tiltshift-Aufnahme eines Keyboards

Cybernetic Overdrive

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Achtung, dieser Text ist Satire. Wenn Sie Satire nicht verstehen verlassen Sie bitte diese Seite. Bald kommt wieder das Musikantenstadl.Tiltshift-Aufnahme eines Keyboards

Die Menschen vermeiden es über ihr Schicksal nach zu denken. Sie nehmen es in der Regel hin und wenn es doch jemand wagen sollte an der bestehenden Ordnung zu rütteln, rüttelt er nicht selten bald an Gitterstäben. Aber wieso rütteln? Die Welt ist doch so schön…

Chapter one : Wir kümmern uns um dich

Bassard wachte aus einem unbekümmerten Schlaf auf und ein Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht. Natürlich hatte er gut geschlafen und von schönen Dingen geträumt. Schließlich wurden die Träume vom Computer überwacht. „Guten Morgen, Andrew Clark Bassard. Es ist sieben Uhr am 21.04.2076“ Mit diesen Worten begann Bassards Tag in der automatischen HydroAcusticDusche, die ihn mit ultraschallzerstäubten Wasser abduschte, mit Heißluft trocken föhnte und ihm den Arsch puderte. Vater, wie der allgegenwärtige Computer genannt wurde, suchte für Bassard neue Kleider aus dem Schrank. Grünes T-Shirt, orangener Overall und eine orangene Jacke. Bassard besah sich im Holomatrixed-Spiegel und war begeistert. „Chic“. Es war immer chic. Es gab für jeden Einwohner von Newmuc nur diese Einheitskleidung. Sie war immer chic, immer gewesen und würde es immer sein. Bassard gab seiner augenblicklichen Lebensgefährtin einen Abschiedskuss bevor er das holomatrixed-Dreamgirl abschaltete. Heute Abend würde er ihr einen knackigeren Arsch programmieren. Es waren nur marginale Änderungen, die er selbst erledigen konnte. Erst vor einem viertel Jahr hatte sich Dr. Snorr ihrer angenommen und ein umfangreiches Tit-Tuning vorgenommen. Heute ist so was ja nicht mehr so blutig wie damals zu den alten Zeiten. Er musste sich nun beeilen. Bassard verließ sein Appartement im 660sten Stock des EBM-Buildings und steuerte auf einen der Aufzüge zu die ihn zehn Stockwerke tiefer zu den Hochgeschwindigkeitstranfermodulen bringen würden. Der Aufzug begrüßte ihn und schloss

die Türen gerade noch rechtzeitig um zu verhindern das ein 200 Kilo Weib mit drei Bälgern zusteigen konnte. „Der Lastenaufzug ist zwei Gänge weiter“ motzte der Aufzug sie an. „Ich hasse diese blöden Wachteln die nicht kapieren das Bodydesign wirklich existiert.“ „Ja, da hast du wohl Recht“ entgegnete Bassard. „Hast Du was an dir machen lassen? Keiner hat so einen Body“ „Naja“ Bassard wurde ein wenig verlegen „Den Bauch angepasst und die Oberarme. Meine braunen Augen hab ich gegen grüne getauscht.“ „Echte?“ „Nein, sind Cybernetics“ „Sony?“ „Nein, Ono-Senday. Die haben ne höhere Auflösung und ein paar nette Features“ „Nicht gerade billig. Was hast Du für Features einbauen lassen?“ „Tit-o-meter, zeigt die Maße einer Frau an. Infrarot, damit ich nicht das Licht anmachen muss wenn ich Nachts pissen muss.“ Den eingebauten „Love-me-tender-vibration-pack“-Vibrator in seinem Penis verschwieg Bassard. Er hatte mit 35 Jahren zwar noch nie mit einer Frau geschlafen, zumindest mit keiner echten, aber man kann nie wissen. Aber das hm-dg bei ihm zu Hause musste ihm reichen. Echte Beziehungen waren selten geworden in dieser Welt. Es war einfacher mit einem holomatrixed-Individual zusammen zu sein als mit einem echten Menschen. Wenn sie ihm nicht passte, änderte er ihre Parameter und alles ist wieder gut. Demnächst wollte er noch ein DAD-Modul besorgen. Dream-aided-Design war der Renner. So konnte er sein hm-dg im Traum anpassen und nach dem Aufwachen gleich da weiter machen wo er im Traum aufgehört hatte. Er hörte mal von einer Frau die gleich ein Dutzend holomatrixed-DreamBoys ihr eigen nannte und diese per DAD-Modul neu programmierte. Die hm-db’s erfüllten ihr jeden Wunsch so das sie einen Organic gar nicht mehr ansah. Der Aufzug hatte den 650sten Stock erreich und entließ Bassard in eine riesige Shopping-Mal. Er kam an einen End-of-Day-Laden vorbei. Die Mensch wurde heute im Schnitt 130 Jahre alt, aber manche hatten einfach keine Lust mehr. Als in den ePapers immer häufiger von Selbstmorden berichtet wurde, hatte ein findiger Geschäftsmann die Idee zu End-of-Day. Man konnte sich seine Todesart auswählen und für alte Militärhaudegen die sich die Birne mit ihrer geliebten Dienstwaffe wegblasen wollten, wurde sogar ein extra Raum mit Plastik ausgekleidet. Auch die Friedhofsproblematik löste sich dadurch indem End-of-Day alle Dienstleistungen die das sterben anging, wie zum Beispiel Beerdigungen, übernahm, sei es Selbstmord, natürlicher Tod, unnatürlicher Tod und als natürlicher Tod getarnter unnatürlicher Tod. Die Überreste des Verstorbenen landeten gleich nebenan bei Restore-it. Hier wurde der Leichnam ausgeschlachtet und mit ein paar Nanosonden und Gen-Mutators wieder auf Vordermann gebracht. Mann konnte alle Organe, außer das Zentralnervensystem, durch Cybernetics ersetzen lassen, aber viele zogen Organics vor. Haut (wenn jung), Augen, innere Organe, Brüste, Penis, Wirbelsäule, Muskeln, also alles außer Knochen wurde wieder verwertet. Die Knochen wurden gemahlen und als Dünger verwendet. Das Gehirn konnten sich die Hinterbliebenen plastinieren lassen oder es wurde zu Kosmetik verarbeitet. Demzufolge gab es auch keine Krematorien und Friedhöfe mehr. Aus dem wenigen unverwertbaren Material das ein Verstorbener hinterlies wurde in einem Kleinstkrematorium ein Aschehäufchen gebrannt das ausreichte um eine kleine Phiole zu füllen die sich um den Hals tragen lies. Je nach Testament schmissen die Hinterbliebenen diese Phiole auch einfach in die nächste Mülltonne. Ein paar Meter weiter kam Bassard an der Volkshochschule vorbei. Er las sich das Kursangebot durch. „Kommunizieren – wie ich mich mit einem echten Mensche unterhalte“ „Deckbau – Cyberdeck selbst gebaut“ „Onanie – Liebe an und für sich“ „Denken – den eigenen Kopf benutzen“. Bassard ging weiter. Ein kleiner elekronischer Sony-Kläffer bellte ihn an und wollte an ihm das Beinchen heben. Bassard kickte die Töle mit einem gezielten Fußkick in den nächsten Brunnen wo das Viel mit einem lauten Knall platzte und eine hässliche Frau mit seinen Einzelteilen perforierte. Ihr Blut spritzte auf den Boden und der vorbeikommende Beamte der StaSe, der Staatssäuberung, verpasste ihr einen Strafzettel über 30 EuroBucks wegen Verschmutzung der Gehwege. Bassard ging achselzuckend weiter und dachte sich „selber schuld wenn man keine Nanomed’s im Blut hat“. Er erinnerte sich wie er sich mal übel verletzte und die nanomeds die Wunde verschlossen ohne das sein Blut herausspritzen konnte. Die Frau von vorhin, deren Attraktivität von minus hundert in bodenlose abgedriftet war, wurde derweil von einem netten Mitarbeite von End-of-Day betreut.

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Koffeinlieferant

Eine Latte bitte!

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“Hätte ich dieses Brot mit der charmanten Färbung ins Ampelgrün lieber doch nicht gegessen”. “Hätte ich doch lieber nochmal einen Blick in die Empfängerliste geworfen, bevor ich die eMail, in der ich den Chef einen hirnlosen Despoten mit Erektionsstörung bezeichnete, abgeschickt habe”. “Hätte ich doch darauf verzichtet, zu versuchen meiner Liebsten mittels eines Föns in der Badewanne einen Whirlpool zu simulieren”. Oder der Klassiker: “Hätte ich doch nicht das Gewehr so gegen die Tür positioniert und den Abzug per Schnur mit dem Türknauf verbunden, so dass mein Mann eine geradezu umwerfende Überraschung erwartet, wenn er heim kommt”. Jaja, das Leben steckt voller Entscheidungen. Und nicht immer sind die getroffenen Entscheidungen, die richtigen. Das kann einem den ganzen Tag versauen. Tagtäglich kommen laufend Entscheidungen auf uns zu. “Nehme ich heute eine Latte statt Milchkaffee?” “Was will ich essen?” “Warte ich ab, ob der Reaktorkern von selbst wieder abkühlt?” Kinder haben es da einfacher. Blaues Bauklötzchen hierhin, das rote dorthin und ob es zum Klo noch reicht, hat noch keine Relevanz. Dagegen hat die Entscheidung, ob ein Flugzeug trotz Vulkanasche starten sollte, eine signifikante Auswirkung auf die Flugunfallstatistik.
Und nicht immer tritt eine Entscheidung so offenkundig in den Vordergrund. Die Entscheidung für Tripper trifft man ja quasi unbewusst im Eifer des Gefechts. “Wenn Sie morgen sterben müssten, was würden Sie heute alles tun?”. Auf diese Frage kommt sehr häufig “Den Tag mit meiner Liebsten verbringen” oder so. Erschreckend wenige Menschen kümmern sich um ihre Hinterlassenschaft und verjuxen das Erbe der Kinder im Casino. wie will man da dauerhaft in Erinnerung bleiben?
Natürlich, niemand kann in die Zukunft sehen. Das würde das Lotto-spielen auch ein wenig eintönig machen. Und meistens fühlt man sich mit der getroffenen Entscheidung ja erstmal gut. So ein Paket mit Zertifikaten der Lehman Brothers macht ja auch was her. Wichtig allerdings ist, dass eine Entscheidung gefällt wurde. Und wer hinter einer getroffenen Entscheidung nicht stehen kann, sollte sich lieber entmündigen lassen. Manche Entscheidungen kann man nicht revidieren. Und eine Entscheidung das Kind nicht auszutragen, hat weitreichendere Konsequenzen, als sich ein junges Mädchen vielleicht ausmalen kann. Der psychische Gau kündigt sich nicht an. Wenn ein Mensch sich entschließt den Partner zu verlassen, ist der Weg zurück in der Regel versperrt. Und selbst wenn es diesen Weg gibt, wird es nie wieder so sein wie zuvor. Wer einen schulischen Weg nicht weiter verfolgt, wird es später sehr schwer haben, diesen Umstand zu korrigieren. Doch wenn diese Entscheidungen getroffen wurden, gibt es keinen Grund diese von sich zu weisen. “Ich hätte ja, wenn…” ist die gern verwendete Vormulierung für “Ich traute mich nicht diese Entscheidung zu fällen”. Und auch eine schlechte Entscheidung eröffnet Wege, die ebenfalls ans Ziel führen. Oder an ein ganz anderes. In den seltensten Fällen ist mit einer Entscheidung alles zunichte. Und selbst wenn, das Ende ist immer auch ein Beginn. Gibt es denn überhaupt eine falsche Entscheidung? Wenn der Wehrdienstler sich entscheidet, mit dem Schützenpanzer einen kleinen Ausflug ins Grüne zu unternehmen, könnte die Antwort eventuell ja lauten. Tagtäglich treffen wir hunderte von Entscheidungen, bewerten Situationen, schätzen Sachlagen ein, die als Basis neuer Entscheidungen dienen. Ja, es gibt falsche Entscheidungen. Und wir alle werden sie treffen. Das Ziel ist, auch daraus einen Nutzen für uns zu ziehen. Auch wenn es nur die Erfahrung ist, die wir gewinnen.

Dieser Artikel wurde von mir zuerst auf jetzt.de veröffentlicht.

Los gehts

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Nach langer Zeit ist realize me wieder online. Mal sehen was dabei rum kommt. Viel Spaß

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